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10. Geplante Bildungsreform

Das polnische Schulsystem in der gegenwärtigen Form existiert seit 16 Jahren. Am 1. September 1999 kam es unter der damaligen Regierung von Jerzy Buzek zu einer großen Reform im Bildungswesen. Es wurden die achtjährigen Grundschulen und vier- bis fünfjährigen Oberschulen abgeschafft. Seit dem gibt es in Polen Grundschulen mit sechs Klassen, Gymnasien mit drei Klassen und Oberschulen mit – je nach Art – drei bis vier Klassen.

Dies soll sich bald wieder ändern – Recht und Gerechtigkeit (PiS) möchte das alte System wieder einführen. PiS hat nach den gewonnen Wahl viele Pläne und die Reformen im Bildungswesen sind hoch priorisiert. Die Rückkehr zum alten System ist jedoch mit großen Kosten, der Erstellung neuer Bildungsprogramme, dem Verfassen neuer Lehrbücher sowie möglicherweise mit Entlassungen von Lehrern verbunden. Kritiker fürchten, dass Tausende von Lehrerstellen wegfallen werden.

In der Kritik steht zudem eine geplante Neuausrichtung der Lehrpläne. ZNP(Polnischer Bund der Lehrer)-Präsident Sławomir Broniarz warf der Bildungsministerin einen «nationalistischen und fremdenfeindlichen» Ansatz vor.

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